Die Legende von Lord Philip Fortescue – Der Hypnotizer
„Ich will nicht, dass Sie denken – ich will, dass Sie fühlen.“
— Lord Philip Fortescue, 1898
Lord Philip Fortescue war vieles zugleich: Magier, Wahrsager, Hypnotiseur – und nicht zuletzt ein Meister der Illusionen. Mit seinem klapprigen Kutschwagen reiste er von Stadt zu Stadt, versprach seinen Gästen Visionen, spirituelle Erleuchtung und einen Blick hinter den Schleier der Wirklichkeit. Was sie bekamen, waren schillernde Tricks, viel Rauch… und eine gehörige Portion Fantasie.
Sein ganzer Stolz war eine uralte Glaskugel, die angeblich seit Generationen im Familienbesitz war – und, so behauptete er, einst Merlin selbst gehört hatte.
Eines Abends, während einer eher spärlich besuchten Séance, geschah jedoch etwas, das selbst Fortescue nicht geplant hatte: Ein gewaltiger Blitz, hell und unbarmherzig, durchzuckte den Himmel und traf genau in dem Moment die Kugel, als seine Hand sie berührte.
Als er wieder zu sich kam, stand er nicht mehr allein.
Der Tod selbst war erschienen, bereit, ihn auf seine letzte Reise mitzunehmen. Mit ruhiger Stimme begann der Sensenmann zu erklären, dass Fortescues Zeit auf Erden abgelaufen sei. Doch während er sprach, schien sein Blick immer wieder abzuschweifen – hin zu einem kleinen Gegenstand in Fortescues Hand: einem schlichten, selbstgeschnitzten Pendel.
Ein gewagter Gedanke keimte in Fortescue auf.
Langsam begann er, das Pendel vor den Augen des Todes hin und her zu schwingen. Sanft. Rhythmisch. Unaufhaltsam. Mit ruhiger Stimme sprach er, flüsterte, führte… bis selbst der Sensenmann dem gleichmäßigen Tanz des Pendels verfiel.
Und tatsächlich – es gelang ihm.
Der Tod fiel in Trance.
Bis heute ist der Sensenmann überzeugt, dass Lord Philip Fortescue längst von seiner Liste gestrichen wurde.
Ob Fortescue damit dem Tod für immer entkommen ist?
Das bleibt ein Geheimnis.
Doch seit jener Nacht kennt man ihn nur noch unter einem Namen:
Der HYPNOTIZER.
Quelle: Hypnotizer.de
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